Situationen in Tirnaveni und in Pohlheim Thema
Von: Giessener Allgemein, 15.03.2011
Pohlheim (agl). Bürgermeister Karl- Heinz Schäfer empfing am Montag im Sitzungssaal des Rathauses in Watzenborn-Steinberg die Delegation aus der rumäni-schen Stadt Tirnaveni, die derzeit anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Rumänienhilfe Pohlheim zu Gast in der »singenden Stadt« ist. Das hohe Sänger-Engagement und die besondere Lage des Limes, der sich durch die Stadt zieht, zählten auch zu den Attributen, mit denen Schäfer den Gästen Pohlheim vorstellte. Er ging zudem auf die von der Wirtschaftskrise verursachten Probleme ein. »Das klingt in Ihren Ohren wie Jammern auf einem sehr hohen Niveau«, sagte Schäfer und fügte hinzu: »Es gäbe keine Rumänienhilfe, wenn Sie auf hohem Niveau jammern würden.« Es wäre wünschenswert, so der Pohlheimer Bürgermeister, wenn die Lebensverhältnisse in Europa annähernd gleich wären. »Ich hoffe, dass die Stadt Tirnaveni über soviel Geld verfügen wird, dass alle Wünsche erfüllt werden. Ich schränke ein: dass das Not- wendige erfüllt werden kann.«
Florin Varga, Chefarzt im Allgemeinen Krankenhaus in Tirnaveni, das zu den Empfängern der Unterstützung durch die Rumänienhilfe zählt, dankte für die Gastfreundschaft und sagte, dass auch in seiner Heimat schon Dinge besser geworden seien. Dank sprach der Mediziner auch für die Hilfe aus, die die Rumänienhilfe bekommt und dann weitergeben kann. Friedhelm Rüb, Vorsitzender der Rumänienhilfe, ging auf einen gravierenden Mangel bei der Ausstattung des Krankenhauses ein: Lediglich zwei Mal pro Woche ist ein Anästhesist anwesend.
Im Namen des Bürgermeisters von Tirnaveni, Vasile Mathei, überbrachte Erste Stadträtin Rodica Muth Grüße. Von der Verwaltung in Pohlheim zeigte sich Muth »sehr begeistert«. Auch in Tirnaveni wolle man dies »Stein für Stein« schaffen. Sie dankte der Rumänienhilfe für deren Engagement und verwies auf die sozialen Probleme in ihrer Heimat. Gelder, die von der EU für Projekte zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung zur Verfügung gestellt werden, würden durch den rumänischen Staat blockiert, beklagte Muth.
Bevor Gäste und Gastgeber gemeinsam die Stadtverwaltung anschauten und es danach weiter ins Heimatmuseum ging, tauschten sie Geschenke aus. Schäfer überreichte Bildbände über Dorf-Güll, den Stadtteil, in dem auch Rüb wohnt.










